Transkript des Interviews vom 21. August 2026
Journalistin : Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Jeden Morgen prüft Antoine seine Trauben, um die strategische Entscheidung zu treffen: An welchem Tag beginnt diese so frühe Lese?
Antoine : Das ist der Moment, den ein Winzer am wenigsten mag. Dann muss man diese berühmte Entscheidung treffen, die den Jahrgang ausmacht, und herausfinden, ob man sie zum richtigen Zeitpunkt getroffen hat oder nicht. Aber sobald der erste Lesetag vorbei ist, steckt man mittendrin und alles wird besser.
Journalistin : Dafür muss man allerdings erst einmal Erntehelfer finden, denn hier wird alles von Hand gelesen. Das ist teurer, bis zu 5 % des Umsatzes, aber das steile Gelände und die Qualität verlangen es.
Antoine : Grob gesagt brauche ich etwa 25 Leute, und im Moment sind wir bei 18, obwohl wir nächsten Mittwoch oder Donnerstag anfangen. Es ist also knapp. Ich habe auch ein bisschen mit meinen Kollegen in der Umgebung gesprochen: Wir sind alle mehr oder weniger in derselben Lage.
Journalistin : Hier werden die Erntehelfer weder verpflegt (zu viele besondere Ernährungsweisen) noch untergebracht (zu viele Vorschriften). Aber dieser Winzer bietet vor Ort ein Gelände zum Zelten oder Parken, Sanitäranlagen, eine Küche und eine Waschmaschine.
Antoine : Bezahlt wird der Mindestlohn, wie bei den meisten Weinlesen. Dazu kommen 10 % Urlaubsgeld, und wenn alles gut läuft und die Person die ganze Lese über bleibt, eine zusätzliche Prämie von 10 bis 15 %. Wenn mehr als 35 Stunden pro Woche gearbeitet werden, werden die Überstunden natürlich bezahlt und mit Zuschlag vergütet, wie es sich gehört.
Journalistin : Für drei Wochen Weinlese beträgt der Lohn also rund 1.000 Euro. Sie haben noch ein paar Tage Zeit, sich zu bewerben!
